Von Olivenbäumen in Istrien, die in der Sonne glitzern

Liebes Istrien,

ich muss mich bei Dir entschuldigen, denn ich habe Dir Unrecht getan. Ich habe Dich immer als Familien- und Seglerdestination abgestempelt. Von den Städtchen Porec, Rovinj und Pula hatte ich natürlich schon mal gehört. Je nach Besucher wurden sie mir als „wunderbar, pittoresk, mittelalterlich, kitschig, überrannt und trotzdem einzigartig“ beschrieben. Jetzt, nach meinem Besuch im Juni 2015 kann ich das alles nur bestätigen.

Doch eigenartigerweise erzählte mir niemand von Deinen im Sonnenlicht glitzernden Olivenbäumen, deren Früchte das beste Olivenöl der Welt liefern. Keiner sprach von den Olivenölverkostungen, wo das Olivenöl in kleinen Bechern präsentiert und mit den Händen gewärmt wird. Anschließend schnüffelt man wie wie bei einer Weinprobe am Gefäß und trinkt in kleinen Schlucken das besondere Öl.

Olivenöl Verkostung

Olivenölverkostung in Istrien

Fazana

Fazana, eine Kleinstadt in Istrien

Olivenhain in Istrien

Olivenhain in Istrien

Leuchtturm in Porer

Leuchtturm in Porer

Auf Trüffeljagd in Istrien

Niemand erwähnte die Trüffeljagd in den Wäldern um Motovun und Buzet und die Gerichte, die deshalb auf den Speisekarten landen.  Es gibt Pasta mit Trüffeln, mit Trüffeln gefüllte Teigtaschen, Bruschetta mit Trüffeln, Rumpsteak mit Trüffeln, Polenta mit Trüffeln. Eine schiere Trüffeloberdosis kann man sich in Istrien einfangen. Apropos fangen: Deine Auswahl an Meeresfrüchtespezialitäten ist riesig. Mit Genuss erinnere ich mich an meinen ersten Abend in Novigrad, als ein Koch mir Miesmuscheln auf meinen Teller schaufelte. Frischer geht’s nicht.

Kein Mensch hat mir Dich als Weindestination beschrieben. Dabei hast Du mit den beiden autochthonen Weinsorten Malvazija und Teran die köstlichsten Tropfen in Deinen Weinkellern lagern. Bier braust Du ebenfalls, und allerhand Schnäpse aus den merkwürdigsten Zutaten. Den Honigschnaps habe ich verkostet, den Mistelschnaps probiere ich bei meinem nächsten Besuch.

 

Bruschetta mit Trüffeln

Bruschetta mit Trüffeln in Istrien

Miesmuscheln

Miesmuscheln beim Gourmetfest in Novigrad

Rabac

Rabac – Ein Küstenstädtchen am Meer

Von kleinen schmalen Gassen wurde mir berichtet, aber keiner erwähnte die blauen Fensterläden mit Geranien, die entzückenden Ruheplätzen vor und neben den Häusern und offensichtlich ignorierte jeder meiner Bekannten die venezianischen Löwen, die ich auf Hausmauern und Toren bewundern durfte. Niemand verlor bisher ein Wort über die unzähligen Glockentürme, die jede Stadt und jedes Dorf zieren.

In Pula schnappte ich nach Luft

,als mir gesagt wurde: „Schau nach links, schnell“ und ich aus dem Augenwinkel einen  Blick auf die Arena erhaschte. Wenig später saß ich mittendrin auf den Stufen und wollte gar nicht wissen, was sich hier vor 2000 Jahren abgespielt hatte. Ich war überwältigt.

Der Rundgang durch die Altstadt von Pula erwies als Gang durch die Geschichte der letzten Jahrtausende. Hier ein Stadttor, dort ein Gebäude aus der k.u.k. Zeit, dort drüben lacht ein venezianischer Löwe von der Fassade. Und wenn ich in Rovinj nicht gewusst hätte, in Rovinj zu sein, ich hätte es mit Venedig verwechselt. Nur die Gondeln fehlten.

Arena in Pula

Arena in Pula

Franziskanerkloster in Pula

Franziskanerkloster in Pula

Motovun

Motovun

Auch von den kleinen Orten wie Fazana, Vrsar und Labin verrieten mir meine Bekannten kein Sterbenswörtchen. Dabei war es doch so spannend zum Beispiel in Groznjan den Künstlern beim Arbeiten zuzusehen und in Labin zuallererst die Barockpaläste zu bestaunen und dann ins Schaubergwerk abzutauchen.

Wäscheleine in Rovinj

Wäscheleine in Rovinj

Lavendel

Lavendel

Apropos Tauchen. Natürlich bietest Du auch Tauch- und Schnorchelkurse an. Bootsausfahrten sowieso. Und manchmal, wenn man Glück hat, dann lässt sich dabei sogar ein Delfin blicken und winkt zum Abschied. Ab jetzt warte ich nur mehr auf den Sonnenuntergang, der jede Deiner Städte in dieses besondere Licht taucht, bevor die Sonne im Meer verschwindet. Hach, ist das schön!

Liebes Istrien, ich habe Dich gewaltig unterschätzt. Ich habe in einem von Deinen Leuchttürmen geschlafen, bin am Limski Fjord gestanden und habe Deinen Honig und Wein verkostet. Und es gäbe noch soviel mehr zu sehen und zu entdecken.

Ich glaube, muss nun öfter kommen, denn ich will mehr von Dir,

Deine Reisebloggerin

Sonnenuntergang in Novigrad

Sonnenuntergang in Novigrad

Die Region Istrien hat mich anlässlich der Aktion Share Istria eingeladen, das Land, die Kultur und die Küche kennenzulernen. Vielen Dank.

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