Europa

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Im Haus des Meeres

Sie sehen aus als wären sie nicht von dieser Welt, denke ich mir, und presse meine Hand gegen eine Glasscheibe. Hinter dieser Scheibe schweben fluoreszierende Wesen vorbei, mit einer Eleganz und Anmut, die mich an Tänzerinnen und Tänzer erinnert. Mal machen sie sich groß, mal klein, mal schweben sie nach rechts, mal nach links, einer…

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Das Ötztal, eine Zeitreise

„Wumm“. Und wieder: „Wumm“. Und noch einmal: „Wumm“. Rhythmisch, fast wie Musik. Ein weiteres mächtiges „Wumm“ ertönt, wenn die zwei Lärchenbalken auf den Stein donnern. Christian, der Museumswart im Heimat- und Freilichtmuseum in Ötztal, hat mit Wasserkraft den Pluil (Flachsbrecher) zum Laufen gebracht. Er schiebt Flachsstängel zwischen Balken und Stein. Nach einigen weiteren „Wumm“ bricht…

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Salzburg und die Literatur

Ich habe mich verzettelt. Ist ja auch kein Wunder. Als Liebhaberin der Literatur hätte ich nie und nimmer einer Einladung zu einer Pressereise namens Literarisches Salzburg nachkommen dürfen. Ich hätte bedauernd absagen müssen. Denn kaum hielt ich das Programm in Händen, wollte ich schon loslaufen. Literarisches Salzburg Hinein in die nächste Buchhandlung und sämtliche Werke…

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Wege zu Klee

Ist der Hauseingang mit der Nummer 5 geöffnet? Treten Sie doch einfach mal ein! Die paar Stufen hinauf, setzen Sie sich auf einen Stuhl zur rechten. Sind Sie ein geduldiger Mensch? Ich zögere. Soll ich der Aufforderung folgen? Ich gehe über die Straße, stehe vor dem Hauseingang mit der Nummer 5, die Tür wird von…

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I have this thing with Bad Gastein

Bad Gastein, das weckt Erinnerungen an meine Kindheit. Obwohl ich nie vor Ort war, spukte der Name in meinem Kopf umher. Wahrscheinlich war es ein Kuraufenthalt meiner Eltern, der meiner Fantasie freien Lauf gab. Kuraufenthalt, das klang nach Krankheit, aber auch nach Kurkonzerten in Pavillons, nach eleganten Abendroben und stilvollen Diners. Bad Gastein – Der…

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Von Olivenbäumen in Istrien, die in der Sonne glitzern

Liebes Istrien, ich muss mich bei Dir entschuldigen, denn ich habe Dir Unrecht getan. Ich habe Dich immer als Familien- und Seglerdestination abgestempelt. Von den Städtchen Porec, Rovinj und Pula hatte ich natürlich schon mal gehört. Je nach Besucher wurden sie mir als „wunderbar, pittoresk, mittelalterlich, kitschig, überrannt und trotzdem einzigartig“ beschrieben. Jetzt, nach meinem…

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Im Schulmuseum in Bad Leonfelden

Aufrecht stehen sie da, die Lippen fest zusammengepresst, die Augen in die Kamera gerichtet, kein Lächeln ist zu sehen. Das festliche Sonntagsgewand haben sie an, doch bei näherem Hinsehen erkennt man, dass nur die Kinder in der ersten Reihe Schuhe anhaben, die in den hinteren Reihen sind barfuß. Mittendrin steht das Fräulein, das bei Verheiratung…

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Ein Liebesbrief an Marseille

Lieber Jean-Claude Izzo, ich habe es geschafft, endlich bin ich da, in Ihrer Stadt, in Marseille. Gerade eben habe ich im TGV den ersten Teil Ihrer „Marseille-Trilogie“ beendet oder sagen wir lieber, „eingesogen“. Schon zum dritten Mal lese ich dieses Buch. Jetzt packe ich es in meinen Rucksack, steige aus dem Zug, trete vor die…

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Reisenotizen Canal du Midi

Das Wasser im Canal du Midi sieht aus als hätte man einem Kind einen Malkasten in die Hand gedrückt und befohlen, für die Farbe des Wassers nur die braunen und für den Himmel nur die grauen Farbknöpfe zu verwenden. Doch das unfolgsame Kind hat den Auftrag missachtet, es hat den Pinsel ins Schwarz getaucht, zusätzlich…

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I steh‘ auf Linz

Es war einmal eine Stadt in Oberösterreich. Das Schlimmste an ihr war die graue Smogwolke, die diese Stadt umschlang. Dieser Nebel kroch in meinen Kopf und verursachte mir Kopfschmerzen. Daher blieb ich dieser Stadt fern und ließ sie auch später links liegen, obwohl ich mit ihr viele erste Male und Begebenheiten verbinde. Hier ging ich…

Ein wilder Ort voller Geschichten!

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Am liebsten würde ich als Wolkenbeobachterin in einem Baumhaus leben. Bis zur Decke vollgestopft mit Büchern, versteht sich. Denn die verschlinge ich, seit ich denken kann. Ich bin eine Vielleserin, durch und durch. Irgendwann hab‘ ich selbst mit dem Schreiben angefangen. Weil ich mich erinnern möchte. Weil sich auf Papier gebracht vieles leichter sagen lässt. Weil ich kleinen und großen Dingen mit den richtigen Worten das nötige Gewicht verleihen will. Wie eine Geschichtenerzählerin. Meine Texte packe ich wie Geschenke in Formulierungen ein – und der Leser packt sie aus.

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